Sonntag, 09.11.2014

Du musst heut mal wieder ins Geschirr, sagt sie und wir ziehen vormittags los.
Wir laufen hier durch die kleinen Straßen und dann einige Stationen weiter ab in den Bus und in Richtung Lichterfelde Süd.
Vor dem Kanal steigen wir aus und gehen über die Kanalbrücke und dann soll ich rechts einen Weg suchen. DMan hört schon irgendwie so eine sehr laute Kuhglocke. hm hm..
Egal, wir biegen ein und es erscheint vor mir ein wunderschöner Weg am Kanal entlang. Hier war ich noch nie.. und dann diese laute Kuhglocke und lauter Läufer kamen mir entgegen. Ach herrjeeee.. was ist hier denn los??
Die Frau erwidert lauthals, als diese Kuhglocke auf unserer linken Seite immer lauter wird und sie auch merkt, dass hier einer damit herum läuft, dass er gefälligst aufhören sollte, wenn er uns schon bemerkt!
Oh, hat wohl geholfen:-) er hört doch echt auf.. aber diese Läufer kommen alle auf uns zu.. ich hab voll zu tun und ordne meinen Weitblick:-) Gefühlte hundert Läufer kommen zu viert, zu zweit oder gar versetzt alleine auf uns zu gestrauchelt und das den ganzen langen Weg entlang.. etwa auf einen Kilometer!

Aufpassen!! Achtung!!

Das schmetterten uns gute 20 Läufer entgegen. Ich reagierte nicht drauf und die Frau wurde immer saurer.. warum nur muss _ICH_ hier aufpassen oder gar zur Seite gehen???
Sind _WIR_ etwa zu übersehen???
Meinen Sie denn wirklich, dass ich als blinder Mensch auf SIE hier nun Rücksicht nehmen sollte oder gar muss???
Sterben Sie, wenn Sie uns ausweichen müssen???
Ein paar Meter mehr laufen kann nicht so verdammt anstrengend sein, wie für uns nun hier zu laufen, oder??
Das ist der perfekte Spiegel für das Bild in unserer Gesellschaft!!! Danke!!
Das schwache Glied in der Gesellschaft _MUSS_ verdammt nochmal Rücksicht nehmen auf die stärkeren!! Wunderbar!!
Oh, oh, oh.. die war richtig in Fahrt gekommen:-)

Nachdem sich der Weg schlängelte bekam ich ein Such links Weg und wir waren weg von den Läufern und wir hielten an. Ich bekam eine schwungvolle Belohnung und durfte aus dem Geschirr. Suuuper gemacht! Dito, meine liebe:-) du auch..
Wir liefen durch eine schöne Gartenkolonie-Anlage und dann kamen wir.. aaaah, kenne ich, weiß ich.. in der Nähe von Oma-Frauchen heraus. Wieder ins Geschirr und dann zu einem Lokal.
Wir betraten das Lokal und die Frau blieb stehen.. der Kellner kam und zeigte gleich auf den ersten Tisch, wo die Chefin auch hin wollte. Nun einsortieren.. in der Zeit kann ich ja mal auf den Tisch gucken:-) der Kellner.. nun ist das Besteck.. hm, hm.. ist kein Problem, sagt sie, ich nehme es:-) tschuldigung.. er ist jung:-)
Ich erhielt das Platz nochmals und legte mich hin in ie Ecke. Oma Frauchen kam nun auch und sie aßen und quatschten.

Anschließend gingen wir gemeinsam bis zum Bus. Oma Frauchen ging rüber und wir liefen bis zur Wohnanlage und dort stiegen wir dann in den Bus.
Wir fuhren eine Station weiter, zu Hause vorbei und wohin denn nun???
Wir gingen.. ein ganzes Stück.. ah ha.. ich musste eine Tür anzeigen, die offen stand und dann lotste sie mich die Gänge entlang.. ruhiger und merkwürdiger Ort, überall waren Blumen und große Steine oder Kreuze.. der Friedhof.. Sie ließ mich Wasser trinken und dann gingen wir zu einem bestimmten Gang und dort war aber nur noch Wiese.. seltsam.. sie verweilte einen Moment und dann bekam ich das such Weg zurück und ich ging bis zur Türe.
Nun ging es endlich nach Hause. Den frühen Abend und den Rest des Tages verbrachten wir zu Hause und ich konnte mich ausruhen.

Kapitel-Übersicht "Poseidon!"