Ich habe ein hilfsbereiten Führhund

Ende diesen Monats, Juni 2015, wird Poseidon nun 2,5 Jahre alt und wir sind 9 Monate zusammen.

Die pubertären Schübe sind händelbarer und werden weniger. Mein ruhig bleiben wird belohnt und ich habe verstanden, dass er Zeit braucht und keine Hektik mag. Er freut sich sehr, vor allem, wenn er was richtig gemacht hat und er es von mir erfährt. Mit breiten Maul, ja fast laut lachend, steht er an meiner Seite, dreht sich zu mir und ist einfach nur glücklich.

Ein charming Boy mit einem sehr ausgeprägten Gesicht. Viele erzählen, was und vor allem das sie seine Gemütslage in seinem schwarzen Gesicht erkennen können.
Er ist hilfsbereit. Er hilft anderen Hunden beim Stöckchen tragen. Er kommt zu mir und läuft einfach nur neben mir her, wenn plötzlich was am Wege steht, was ich nicht bemerken könnte - wenn es enger wird. Ja und es stimmt: Er will einfach nur in meiner Nähe sein!

Er steht wie hypnotisiert vor einer Katze, die sich im Korbsessel reckelt und ist einfach nur fasziniert. Er könnte Stunden so stehen und ist glücklich.
Ihm stehen kilometerlange Strände zur Verfügung und er bleibt bei mir. Läuft mal kurz vor und dreht wieder um. Uninterressant die Möven, die ja doch bloß wieder wegfliegen. Und die vielen Häschen auf einem Campingplatz sind sogleich unwichtig, als er mich suchen geht und vom Waschhaus abholt.

Er ist 76 cm hoch und er weiß um seine Höhe, um seine Erscheinung, um seine Schönheit und die Größe ist für mich als Halterin wirklich grenzwertig. Gott sei dank nutzt er seine Größe nicht negativ aus. Aber sie hindert auch. In den öffentlichen Verkehrsmitteln ist es gerade noch okay. Bei den Supermarktregalen ist es das ebenfalls. Hier ist es eher noch die junge Neugier, die da noch oft mal mit ihm durchgeht.
Gehen wir durch die Straßen, durch Läden und stehen einfach nur am Bus, so fallen wir auf und dies anders, als mit Hero. Andauernd höre ich die Menschen tuscheln, reden, ah und oh sagen und die Bewunderung für ihn bis hin zum einfach so mal streicheln. Dies ist für mich das schlechteste an diesem Hund. Die Menschen bauen Schneisen für ihn vor Bewunderung - ein Glück nicht vor Angst! Jedoch ist es für uns störend und anstrengend.
Er geht mit geschwollener Brust, wenn er von mir gelobt wird - wenn er eine schwierige Situation gemeistert hat. Ein Glück macht er das nur dann und nicht, wenn er wieder und wieder bewundert wird und ich hoffe, dass es immer so bleiben wird! Für ihn und auch für mich.

Und er ist wohl ein Arbeitstier. Man spürt deutlich, wenn er nicht ausgelastet ist. Neue Wege liebt er, jedoch merkt er sie sich sofort und somit sind sie nicht mehr neu:-) Er nimmt auch vieles bei den Kommandos sehr ernst: so geht er sofort nach rechts, wenn ich sage Rechts such Weg. Erst mal reagiert er und dann stellt er fest: Huch, ist ja gar keiner da:-)
Gehen wir über eine Ampel, so dass die Autos von rechts auf die Ampel zukommen und an der Ampel steht kein Auto, sondern diese kommen angebraust. Beäugt er nach rechts die ankommenden Autos genau und geht lieber leicht nach links. Er traut den Autos nicht und ich ehrlich gesagt auch nicht:-) also ein sehr pflichtbewußter Hund, der irgendwie oft abwesend wirkt und doch bei der Sache ist.
Ich habe schon öfters gehört, dass er schielt. Er schaut mit einem Auge auf den Weg vor sich und mit dem anderen spazieren:-)
Seine Unbeschwertheit, Fröhlichkeit und sein Spaß am Leben machen mir große Freude und ich hoffe, dass wir sie beide noch lange genießen können!

Kapitel-Übersicht "Indoor - was mich betrifft"