Auf Fahrt gehen, kann auch zusammen schweißen

Es ist eher unüblich, dass man kurz nach der Einarbeitung und noch vor der Gespannprüfung auf Reisen geht. Es war lange geplant und als Mit-Organisatorin konnte ich diese Fahrt nicht einach so abblasen. Die Mac-Freizeit war von langer Hand geplant und stand nun an. Vom 16. bis 20.10.2014 ging es mit uns beiden nun nach Dersau.

Auch mit Hero war ich ziemlich schnell, allerdings nach der Prüfung, unterwegs und es hat uns nur gut getan. Das der Hund noch nicht geprüft und vor allem, noch nicht bezahlt war, kreiste ständig und präsent über meinem Kopf. Aber es gab auch keine gute Alternative - obwohl mein Bauch mir deutlich sagte, dass ausgerechnet dies bei diesem Hund gut tun wird.
So zogen wir los und erlebten unsere ersten Erlebnisse in Punkto ICE fahren, Regionalbahn und das Verhalten im Hotel. Und es tat gut, diese Ruhe dort mit ihm zu genießen. Er ist ein Hund, der in ruhigerer Umgebung eher mal guckt und sich die Gegend anschaut:-) und ich konnte für mich feststellen, ob er mich versteht, ob er mir zuhört, ob er bei mir ist.

So zog ich in den Pausen los mit ihm und bekam auch mehr Gefühl für ihn. Es war gewiß anstrengend, der Tag war lang, aber es hat sich ohne Zweifel gelohnt. Wie groß letztendlich der Druck war, der auf mir lastete bezogen auf diesen tollen unbezahlten Hund, merkte ich erst so richtig, als die Prüfung dann vorbei war und ich realisieren konnte: Nun ist er bei mir und er kann bleiben!

In Dersau angekommen der Gang ins Grüne 18.10.2014

Er meisterte die ICE Fahrt gut. Ich konnte für mich und ihn Techniken entwickeln, wie es am besten geht, mit seiner Höhe. Er zeigte, wie gerne er doch im Bett liegt:-) oder im Sessel. Bei mir zu Hause ist die Schlafzimmertüre nun mal am Tage zu:-) Er knabberte das Geschirr an, auf der Autofahrt zum Hotel. Er konnte alleine bleiben im Hotelzimmer, ohne laut zu werden. Es fiel ihm schwer über lange Zeit nur da zu liegen. Er war pfiffig, was die neuen Wege anging. Er liebt Wasser. Geht aber nicht den Vögeln hinterher. Auch auf den Feldern beschäftigte er sich allein und rannte schön herum, war aber nicht offen für Tiere oder andere Hobbys. Alles rundherum wichtige und gute Informationen für mich für unser weiteres Zusammenleben.

Auch die Rückfahrt und die Fahrten mit den Zügen waren schon besser, als auf der Hinfahrt. Er hat Strukturen erkannt und ist so derart drallig auf die Verkehrsmittel, so dass er immer gut und sauber zu den Türen lief. Echt schön.
Unsere Rückkehr auf unserem Hauptbahnhof war ihm bekannt. Wir landeten auf dem falschen Vorplatz, aber ich bin mir wirklich sicher, dass er bereits oben auf dem Ankunftsgleis wußte, wo wir entlang mussten. Ich bin nicht auf ihn eingegangen und habe ihn nach links geschickt. Ich traute ihm nicht.. ich traute ihm _das_ einfach noch nicht zu, denn wir waren ja erst zweimal hier.
So mussten wir nochmals durch den kompletten Bahnhof einmal durch und er genoß es:-) Und da bemerkte ich, ab wann er einen Plan hatte und wußte: Ich weiß, wo wir sind!:-) Mich beschämte es und es machte einfach nur Spaß zu spüren, wie er sich freute, da in diesen Trubel wieder hinein zu gehen. Hero hat dort die letzten Male geblockt und wollte partout nicht mehr da rein..
Und als wir wieder hier aus dem Bus stiegen, lief er fröhlich und freudig in Richtung nach Hause. An den nächsten Tagen bemerkte ich sehr erfreut, dass er nicht mehr jedem Diesel nach schaute oder ständig zu Lidl rüber linste.. nach dem Trainer Ausschau haltend. Also ist auch hier meine Rechnung aufgegangen, denn vor der Fahrt hat er dies stets und ständig gemacht.

Die Fahrt war also ein voller Erfolg für uns - für unsere Zukunft - für die Prüfung! Wir sind durch die gemeinsamen Erlebnisse näher gerückt und die Bindung ist anders geworden. Für diesen Hund genau das Richtige! Für uns beide Perfekt!!

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