Blinde räumt Ampel auf.

Treffen sich zwei Schneeflocken. Sagt die eine: Na, was machste heute denn so? Sagt die: Ach, du ich flieg in den Wald und mach es mir auf ner schönen alten Tanne gemütlich! Und du? fragt sie die andere.. Ich fliege mal eben nach Berlin und mach ein wenig Chaos!

Nur so kann man es sich erklären, grins, sie ist in Berlin angekommen. Herrliche Schneemassen liegen in der Stadt und ich erfreue mich immer daran. Klar, ich fahr kein Auto und finde es unheimlich schön, wenn selbst die großen Straßen in Berlin nicht dreckig werden, sondern schöööööön weiß bleiben.

Allerdings muss man sich schon auf einiges einlassen, so wie ich heute mal wieder feststellen musste:
die Benutzung der Ampeln ist ein riesiges Problem, grins. Mein Hund schafft es nicht gegen die Massen an zu kommen. Er kommt nicht an die Ampelmaste, da sie voller Schneehaufen sind.

Also bleibt er respektvoll fast zwei Meter von den Masten entfernt stehen, schaut voller schlechten Gewissens und erhofft meine Hilfe, in Form eines Rundschlages mit dem Langstock, grins. Also machte ich mich am Samstagmorgen ran, wir schreiben den 2. Januar 2010 und fing an, mir meine für mich in den weiteren Tagen soooo wichtigen Ampelanlagen frei zu schaufeln.

Beäugt von Neugierigen, aber natürlich nicht Helfenden Gaffern absolvierte ich Schneearbeiten vom feinsten, grins. Die Maste erstrahlen in ihrem nakten Sein bis hin zum Boden. Sehr zum Leid meines Hundes, der Übles erahnte, grins.

Auslöser war ein Mann, der durchaus mit bekam, dass ich nicht so ohne weiteres an einen Ampelmast kam. Er sprang voller Elan in den Haufen und sagte leise: Warten Sie mal, ich drücke mal eben... oh, gut, toll.. und als es grün war, lief er weg, auf der Mittelinsel rief er dann doch noch: Es ist grüüüüüüünnnn. Oh, danke, grins.

und ich liebe ihn trotzdem.. den Schnee.. in der Großstadt!

Kathrin Backhaus im Januar 2010

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