Ich muss echt mal loben!

Mein Leserbrief an die BVG (Berliner Verkehrsbetriebe).

Ich wohne in Lichterfelde-West, benutze hier die Buslinien 285 und den "Emma" M85, so wird er immer von mir liebevoll erfragt, denn ich bin gesetzlich blind und möchte ja wissen, in welchen Bus ich einsteige.

Meist muss ich das gar nicht erfragen, denn die Busfahrer trällern es mir schon bevor ich einsteige, wie selbstverständlich zu. Sie halten zu 99 Prozent - ja, ich kann eigentlich sagen, nur mit einer Ausnahme - direkt vor mir, so dass die Tür nicht gesucht werden muss. Toll! Super!

Und dieses Verhalten genieße ich in ganz Berlin. Mir wurde das mal so erklärt, dass die Fahrer sich so verhalten sollten, wenn sie einen Blinden mit Langstock an der Haltestelle erspähen. An Haltestellen, wo mehrere Busse halten, da wäre es schön, wenn die hinteren Busse auch nochmals "vorne" halten würden. Darüber freuen sich wohl nicht nur Blinde, sondern auch ältere Menschen. Aber ich weiß, dass Phänomen ist bekannt und es gibt ja wohl gott sei dank nicht mehr viele dieser Haltestellen.

Die meisten Wege bewältige ich mit meinem Führhund und es kam nun schon dreimal vor, dass die Fahrer auf mich warteten. Ich laufe vom Schweizer Viertel (Bushalte Engadiner Weg) vom Einkauf kommend immer zur Bremer Straße, beladen. Ein Bus, der mich überholte, blieb solange mit offener Tür stehen, bis ich da war. Suuuper! Klasse! Und das war nun schon dreimal der Fall! Herzlichen Dank.

Busfahrer sind auch „nur“ Menschen! Für mich Menschen mit Herz und durchaus nett noch dazu. Über viele Stunden in den Berliner Straßenverkehr unterwegs zu sein, ist kein Zuckerschlecken - begegnen Sie ihnen mit Freundlichkeit und Respekt.

Ich tue es, indem ich auch mal kleine Leckereien beim Einsteigen vergebe und auch dieses Lob jetzt mal öffentlich mache und die Fahrer damit ermuntern und loben möchte - für Ihre tolle Arbeit.

Kathrin Backhaus – Berlin Lichterfelde West - im Februar 2012

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