Dersau am Plöner See im September 2013

Ein Bericht von Carmen Pierkes

Am 04.09. ging es dann um 10 Uhr mit dem Taxi zum Bahnhof. Wir fuhren über Köln und Hamburg nach Ascheberg, wo wir pünktlich um 18:20 Uhr ankamen. Herr Leiber holte uns ab, aber erst einmal mußte mein Brauner ganz schnell mal auf der nächsten Wiese sein Beinchen heben.

In Dersau im Galerie Hotel Leibers wurden wir wie immer freundlich willkommen geheißen und auch der Rest meiner Truppe war bereits vor Ort. Erst mal Rucksack ins Zimmer und dann eine Runde mit Maiky, damit er sich nach der langen Fahrt mal richtig austoben konnte.

Als wir dann unser Zimmer beziehen wollten, Frau Leiber hatte mir ein renoviertes, neu eingerichtetes, Zimmer vorgesehen, konnte ich es leider nicht annehmen. Ein wunderschön eingerichtetes Zimmer, aber die Betten waren so niedrig, ähnlich Futons, da wär ich niemals wieder rausgekommen. lach. Also bezogen wir eines der anderen Zimmer, die wir ja bereits vom letzten Urlaub her noch kannten.

Gegen 20 Uhr trafen wir uns in unserem Speisesaal, ein großer quadratischer Tisch für 10 Personen erwartete uns. Und schön für uns Raucher, es gab ne Türe in den Garten, wo ein Tisch mit einem Aschenbecher zum Rauchen einlud. Bei der kurzen Vorstellungsrunde stellte sich heraus, daß wir nur sieben Personen mit drei Führhunden und 1 Azubi waren. Jeanette und Jörg mit Debbie mußten kurzfristig absagen, weil Debbie einen ansteckenden Darmvirus hatte, den brauchten wir für unsere Wuffis wirklich nicht. So waren wir eine kleine Gruppe, aber desto mehr Spaß hatten wir aber auch.

Die vier Hunde waren Eloi, ein Labradudel, Stella, eine Dalmatinerdame, Maiky, ein Labrador, und Yago, der Azubi, war ein Mittelschnauzer. Ich kante bis auf das Ehepaar mit Stella bereits die anderen von vorhergehenden Urlauben, aber Brigitte und Jens-Peter haben sich gut in die bereits bekannte Gruppe integriert und sie haben sich auch mit uns wohlgefühlt.

Eine frisch gemachte Waffel mit selbst gemachter Blaubeermarmelade schmückt den Frühstücksteller. Schöner kann kein Tag beginnen.

Am Donnerstag früh ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück gegen 10 Uhr an den Plöner See. An der Schiffsanlegestelle machten wir auf den Bänken Rast und die Wuffis tobten im Wasser und am Strand. Nee, doch nicht alle, die feine Dalmatinerdame machte sich nur ein wenig die Pfoten naß. lach.
Mein kleiner Mistkäfer hat sich erst naß im Sand gewälzt und danach dann versucht, den Sand auf der Wiese wieder loszuwerden. Dabei hat er wohl auch etwas erwischt, was biestig stank, aber er wollte nun nicht mehr ins Wasser, der Geruch gefiel ihm wahrscheinlich.

Danach ging es weiter, erst am See entlang, dann durch den Wald, in dem die Hunde wieder frei laufen durften. Und weil ich nicht pendeln konnte, sondern mich auf den Kellerer stützen mußte, um mein Knie zu entlasten, schlug mein Linksdrall immer wieder zu und Jens-Peter mußte mich des öfteren wieder aus den Büschen auf den rechten Weg holen. lach. Wir überquerten den Gutshof des Grafen Ascheberg und sind dann bei der Fischerhütte eingekehrt. Herr Leiber meldet uns dort immer vorher an, damit wir nicht über die stark befahrene Bundesstraße ohne Bürgersteig laufen müssen.

Der Blick von der Fischerei auf den ruhigen Plöner See

Bei strahlenden Sonnenschein machten wir hier am See eine deftige Brotzeit mit leckeren Fischbrötchen und Kaffee. Die Bedienung stellte ne große Kanne mit Kaffee auf den Tisch, wir konnten uns dann selbst bedienen und mußten nur 1,50 Euro für den Kaffee zahlen, ähnlich wie bei Ikea. lach. Die Ruhepause tat uns gut und anschließend machten wir uns gut gestärkt wieder auf den Rückweg. Wieder ne kurze Pause am Schifsanleger und danach brachten die Wuffis uns zurück zum Hotel. Herr Leiber hatte leckeren Pflaumenkuchen gebacken, den wir auf der Terasse bei unserer Heimkehr genießen konnten.
Gegen Abend brachen wir noch einmal zu einer kurzen Feldrunde auf, bevor die Hunde gefüttert wurden und wir uns zum Abendessen umzogen. Ab 19 Uhr gab es Abendessen, dass sich durch die Pausen zwischen den Gängen doch bis nach 21 Uhr hinzog.

Am nächsten Morgen besprachen wir beim Frühstück den Tagesplan und ich klinkte mich aus, denn mein Knie wollte nicht mehr mitmachen. Die anderen zogen um kurz nach 10 Uhr los, um einen Rundwanderweg zu erkunden, den wir bei unseren bisherigen Urlauben nie ohne Verlaufen geschafft haben. Aber weil diesmal ja ein Sehender mit dabei war, hat es dann zum ersten Mal auch geklappt. Maiky und ich machten uns einen faulen Tag, liefen mehrmals ne kurze Feldrunde, ich hab auf der Terasse mein Hörbuch gelesen und mich mit anderen Gästen unterhalten Maiky brauchte ein Bad und mit Wasserschlauch und Shampoo hab ich ihn dann wieder zu einem gut duftenden Labrador gemacht..

Zur Kaffeezeit trafen wir uns wieder und genossen leckere Kirschtaschen zum Kaffee. Und bei dem herrlichen Sonnenschein wollte auch niemand die Terasse verlassen, die Hunde dösten in der Sonne, bevor es noch einmal ins Feld ging. Ab 19 Uhr erwartete uns wieder das leckere Abendessen und mit der Planung für den nächsten Tag ließen wir den diesen ausklingen.

Der Samstag bot gleich 2 Höhepunkte. Brunch und Kutschfahrt!
Weil wir alle am brunch teilnehmen wollten, gab es um 8 nur ein kleines Frühstück und danach eine kleine Wanderung von 2 Stunden, bei der sich die Hunde richtig austoben konnten, bis sie den letzten Kilometer an der Straße entlang wieder führen mußten.Von halb 12 bis halb zwei genossen wir beim brunchen viele verschiedene Fischspezialitäten und wurden wieder mal so richtig verwöhnt. Gegen 14 Uhr fuhren uns Herr Leiber und Jens Peter zu einem Bauernhof, wo eine Kutschfahrt im Planwagen für uns bestellt war.
Erst wurden die Pferdchen gestreichelt, dann stiegen wir in den Planwagen, wobei sich die Hunde erst einmal etwas schwertaten, denn es war ein Mittelding zwischen Treppe und Leiter, über die sie einsteigen sollten. Aber sie haben es alle geschafft und lagen im Fußraum. Unser Kutscher erzählte uns viel von der Umgebung, erklärte uns, welche Weiher und Seen an unserem Weg lagen, die verschiedenen Güter mit den einzelnen Gebäuden und deren Bedeutung. War sehr interessant, ihm zuzuhören. In einem Waldstück hielt er an und alle Hunde durften runter, um mit der Kutsche zu laufen. Ich bin ja fast den Heldentod gestorben, denn keiner der Hunde ist jemals mit einer Kutsche gerannt. Hatte immer Angst, einer kommt unter die Räder oder die Pferdehufe. Natürlich frozzelten die anderen, ich solle mal mehr Vertrauen zu meinem Hund haben und tatsächlich,mal liefen die Hunde rechts oder links neben der Kutsche oder hinter ihr. Bevor wir den Wald verließen, sammelten wir die Hunde wieder ein und es ging zurück zum Bauernhof, den wir gegen 17 Uhr erreichten.

Wir wurden wieder abgeholt und konnten den Nachmittag auf der Hotelterasse bei Kaffee und Kuchen genießen. Abendessen wurde etwas später serviert, damit wir erst den leckeren Kuchen verdauen konnten.

Den Sonntag ließen wir ruhig angehen, erst eine Runde mit den Hunden, dann Treffen auf der Terasse. Denn es sollte an diesem Tag eine Schnitzeljagd stattfinden. Sowas hatte ich seit Kindertagen nicht mehr gespielt, konnte mir aber so gut wie nix darunter vorstellen, wie es für uns Blindfische ablaufen sollte.

Zuerst sollte die Reihenfolge der einzelnen Teilnehmer ausgespielt werden. Unter großem Gelächter erhielt jeder eine Schüssel voller Wasser, in der ein Apfel schwamm. Hände um die Schüssel und dann versuchen, soviel wie möglich in 3 Minuten vom Apfel zu essen. Ich bin in der Schüssel fast ersoffen, nur den Apfel hab ich nicht erwischt! lach. Die anderen hatten ihre Äpfel doch anknabbern können, so dass eindeutig klar war, Carmen mit Maiky starten zum Schluß. Obwohl die Sonne schien, wehte ein starker Wind, so daß ich schon Sorge hatte, akustische Signale nicht wahrzunehmen. Aber nein, irgendwann hörte ich am rechten Wegesrand ein Radio dudeln,zu dem ich mich dann herantastete. Alles abgekrabbelt, bis ich an ein schmales Brett kam, daß als Pfeil in den rechten Waldweg wies.

Ich hatte das Gefühl, der Wald nimmt kein Ende und ich wollte mir schon Maiky rufen, um ihn ins Geschirr zu nehmen, da hörte ich von vorne links erneut ein Radio. Gesucht, gefunden, bekrabbelt und Pfeil nach links gefunden. Nun eine Straße entlang, bis zur oberen Querstraße. Dort an der Ecke saßen zwei Teilnehmer, die uns in Empfang nahmen. Hier gab es dann ne kleine Zigarettenpause..

Anschließend Übungen mit dem Hund. Wie genau gebe ich Hörzeichen für die Unterordnung, wie gut werden sie befolgt, mit oder ohne Nennung des Hundenamens usw. Haben wir erfolgreich erledigt und dann ging es weiter zur nächsten Abzweigung.

Dort auf der Bank wartete Andre, der mir einen Ring mit acht großen Buchstaben in die Hand drückte. Diese sollte ich erkennen, sie waren alphabetisch geordnet und daraus sollte ich nun eine Hunderasse zusammenstellen. Erst hatte ich Schwierigkeiten, die buchstaben in der Hand abzufummeln und zu erkennen, aber von mal zu mal wurde es besser. Die Hunderassen waren dann ein Malteser. Dann noch viermal so einen Buchstabensalat, den Barsoi und Bobtail und noch eine Rasse hab ich gefunden, aber die letzte Rasse kannte ich gar nicht, gab also nur drei Punkte von vieren.

Danach sind wir dann alle wieder zurück und es gab wieder Kaffee und Kuchen auf der Terasse mit dem Abschlußspiel: Eine große Schüssel mit Wasser wurde vor mir gestellt und ich bekam vier Dinge in die Hand: 2 verschiedene Leckerchen, 1 Ball und ein Schlüsselbund. Diese Dinge wurden nacheinander in das Wasser getan und der Hund sollte sie rausholen. Die Dinge, die der Hund nicht herausholte, sollten wir Halter dann mit dem nackten Fuß, den Zehen heraus angeln. Wir weigerten uns ein wenig und durften dann das mit dem kleinen Finger tun:-)

Anschließend erfolgte die Siegerermittlung. Und obwohl wir als letzter gestartet waren haben wir uns mit Kirsten den ersten Platz geteilt. Für alle gab es eine Tüte mit Hundeleckerchen, was die Vierbeiner natürlich sehr freute. Nach dem Abendessen saßen wir noch etwas zusammen, denn Kirsten fuhr am Montag wieder heim nach Stuttgart.

Die Sonne geht über dem Plöner See auf. Er wirkt beruhigend und kraftvoll zugleich

Montag früh regnete es und wir kamen das erste Mal schon völlig durchnässt aus dem Feld. Da war Hunde putzen angesagt, denn so schmutzig wollten wir dann doch nicht beim Frühstück erscheinen. grins. Nach dem Frühstück verabschiedeten wir Kirsten und Eloi und trafen uns dann in der Bibliothek zu einer Spielerunde: Stadt, Land, Fluß, Name, Tier und Beruf ohne Aufschreiben und Zeitansage, war gleichzeitig auch ein gutes Gedächtnistraining. Habe da Städte und Flüsse gehört, die kannte ich noch gar nicht. Bevor wir dann um 15 Uhr zu einer Verkostung in einen kleinen Laden gingen, gab es noch ne Feldrunde mit den Wuffis.

In dem Laden bei Berit und Udo konnten wir dann verschiedene Essigsorten, Kräutermischungen als Dipps oder Pesto, unterschiedliche Liköre kosten und ich hab richtig zugeschlagen. Bestellte 5 Essigsorten, Dattel, Dattel-Feige, zwei cremige Essigsorten, dann noch Erdbeeressig, Granberrie-Essig und einen Mandarinen-Mandel-Sherry-Essig. Alle total lecker und bereits hier daheim ausprobiert. Dann drei Kräutermischungen, Cafe de Paris, um Kräuterbutter zu würzen, Thai, für einen würzigen Dipp und Mallorkin für ein Pesto. Und vier verschiedene Liköre, Schokolade mit Chilli, Kräuterlikör mit 25 Kräutern von Hildegard von Bingen, einen Jadbitter mit noch mehr Kräutern und Mango-Jallapengo, den man gut mit Sekt , ähnlich wie Aperol, trinken kann. Sollte aber ein trockener Sekt sein, denn der Mangolikör ist sehr süß.

Da diese vielen Fläschchen nicht mehr in den Koffer paßten, sondern mit der Post geschickt werden mußten, erstand ich noch eine Salatschüssel mit zwei Müslischalen und ein Salatbesteck aus einem Bambusgemisch, fühlt sich total gut an. Alles in einem blassen Orangeton. Nun hatte ich auch mal Mitbringsel für die ganze Familie, denn für die Kinder hatte ich zwei Schlüsselanhänger, Katze für Melissa und Hund für Noah, die aber im Rucksack mit heimreisten. Für den Jäger Alexander gab es den Jagdbitter, Anke erhielt den Granberrie-Essig, Mama den Mangolikör, und meine beiden Schwestern je eine Kräutermischung, über die sich alle sehr freuten.

Wir waren über 2 Stunden im Laden und als wir ihn verließen, hatte es fast aufgehört zu regnen. Nach dem nachmittäglichen Kaffee und Kuchen gab es noch einen Hundespaziergang, bevor es wieder zum Abendessen ging. Wir beschlossen, egal wie das Wetter auch sei, wir wollen noch einmal zur Fischerhütte am Dienstag. So zum Abschluß noch ein Fischbrötchen wär doch ganz nett.

Und tatsächlich, am Dienstag regnete es immer noch und so zogen wir mit Regenjacke los. Nur ne kurze Stehpause am See und weiter ging es zur Fischerhütte. Leider konnten wir nicht draußen sitzen, obwohl es nur noch nieselte. Aber auch unterm Dach ließen wir uns Fisch und Kaffee schmecken. Dann wieder zum See mit ner kurzen Pause und dann zurück zum Hotel. Wir mußten ja auch alle noch packen und den letzten Nachmittagskaffee wollten wir noch in aller Ruhe genießen.

Und das konnten wir dann auch wieder auf der Terasse, denn die Sonne hatte mittlerweile den Regen abgelöst. Danach noch eine etwas größere Feldrunde mit den Hunden und dann endlich weiter Koffer packen. Nach dem gemeinsamen Abendessen verbrachten wir den letzten Abend gemeinsam und ließen ihn ruhig ausklingen.

Mittwoch, unser Abreisetag, begann mit Sonnenschein und die Runde vor dem Frühstück wurde etwas größer gezogen. Unser letzes gemeinsames Frühstück. Ab morgen sitzen wir wieder allein am Frühstückstisch! Wir genossen zum letzten Mal die leckeren Waffeln, die selbst gekochte Waldbeer-Marmelade und all die vielen Köstlichkeiten, die wir uns daheim als Single so gar nicht in dieser Vielfalt kaufen. Der Rucksack wurde danach fertiggepackt, noch ne Runde laufen mit den Hunden und dann fuhren wir so nach und nach zum Bahnhof Ascheberg.

Mein Zug fuhr um 11:20 Uhr pünktlich ab, aber als wir in Kiel ausstiegen, ließ uns die bestellte Umstiegshilfe im Stich. Wir haben dann noch ein wenig gewartet und uns dann selbst auf die Suche nach dem richtigen Gleis und dem ICE nach Köln gemacht. Nette Reisende halfen uns weiter und den richtigen Wagen haben wir auch erwischt. Alle Züge waren pünktlich, Hin- und Rückfahrt, welch ein Wunder! Um 19:30 Uhr stieg ich dann mit Maiky total geschlaucht in Betzdorf aus dem Zug und freute mich, dass mein Taxichauffeur uns bereits erwartete.

Daheim gab es dann erst einmal eine kleine Runde für Maiky, aber der hatte Kohldampf und wollte schnell wieder heim. Also gab es erst mal Futter, dann hab ich mich bei den Kindern und Mama zurückgemeldet und um halb neun war für uns der lange Reisetag beendet.

Gratulation an alle, die bis hierhin durchgehalten haben! lach Aber Ihr wißt ja, meine Berichte sind immer etwas ausführlicher und länger. Aber so beim Schreiben kann man alles noch einmal Revue passieren lassen und sich erneut an allem erfreuen.
Einen lieben Abendgruß
Carmen mit Maiky

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