DVD! Der Führhund,
was er leisten kann und muss!

Der Hauptdarsteller des Filmes. Ein schwarzer Riesenschnauzer

Ablauf Führhundfilm

1. Intro

Bilder: freilaufender Hund im Park, Anmachen des Geschirrs
"Ich, Kathrin Backhaus, 41 Jahre jung gehe hier in Berlin mit meinem Hund spazieren. Vor 26 Jahren wurde bei mir die Retinopathia pigmentosa festgestellt. Eine Netzhauterkrankung bei der das Gesichtsfeld durch Zerstörung der Sehzellen immer kleiner wird und zur vollständigen Erblindung führt. Nachtblindheit, sowie Farbblindheit gehören von Anfang an dazu und seit 4 Jahren bin ich gesetzlich blind. Das heißt, ich habe ein Gesichtsfeld von etwa 2 Grad. Dies entspricht der Größe eines Stecknadelkopfes. Ein gesundes Gesichtsfeld hat etwa 120 Grad. Mit dem linken Auge kann ich bereits nichts mehr sehen. Ein tückischer Gen-defekt, den man mir beim besten Willen nicht ansehen kann."

Ich habe mit der frühen Diagnosestellung nicht nur gelernt, meine Umwelt auf eine ganz andere Art und Weise wahrzunehmen, sondern hab mir auch noch so kleine Details meiner Umwelt für immer eingeprägt. Unerträglich ist für mich der Zustand, am Tage einigermaßen Kontraste und Umrisse wahrzunehmen und in der kleinsten Dämmerung voll blind zu sein. Nachdem ich mein Mobilitätstraining mit dem Langstock vor drei Jahren gemacht habe, stand für mich da bereits schon fest, dass ich um alles in der Welt diesen Stock gegen einen Führhund ersetzen werdel.

Seit über einem Jahrzehnt wird im deutschen Führhundwesen dafür gekämpft, dass die Qualitätssicherung von den Krankenkassen, also den Kostenträgern für diese Hilfsmittel, bei allen Gespannen durchgeführt werden. Ein Rollstuhl wird vor Vergabe genaustens geprüft und ein Führhund wird von den meisten Kostenträgern ohne jegliche Prüfung an den Blinden gegeben. Die Wichtigkeit dieser Qualität eines gesunden und sehr gut ausgebildeten Führhundes soll Ihnen dieser kleine Film aufzeigen.. Er gibt Ihnen einen kleinen Eindruck von dem, was ein Führhund leisten kann und muß.

2. Schlossstraße, Baustelle, Einsteigen in den Bus Lauf auf der Schloßstrasse, Beginn: "Mit einem Führhund bewegt man sich sicherer und vor allem schneller auf den Wegen. Der Stockgänger hingegen, läuft von einem Hindernis zum nächsten und viel langsamer."

Baustelle: Streß hoch drei! Der laute Verkehr, eine schreiende Pasantin, eine Ffütze, denn Führhunde müssen an denen vorbei führen!, die enge Stelle, der Baustellengitterfuß und die Unsicherheit von mir, durch Wiederholung des Kommandos, lösen enormen Streß aus und der Hund tut sein Bestes und sucht nach der Lösung..
Hund steht zur offenen Straße mit dem Rücken zum Baustellengitter und wägt ab:
Der Hund hätte auch die Möglichkeit mich auf die offene Straße zu führen, aber er wird immer einen Weg suchen, der mich von dieser Gefahrenstelle wegbringt!

Schloßstrasse. Hinter der Baustelle, an der Ampel. Ich von hinten mit nahem Bus, der ganz nah vorbei fährt: "Der Bus ist mir zu nah, ich gehe ein Schritt zurück. Mein Hund hat Nervenstärke: er bleibt stehen!" und Blick auf Ampel, warten auf grün:
Ein Führhund weiß nicht wann es grün ist! Ein Blinder orientiert sich nach dem Straßenverkehr und nach den Menschen oder freut sich über einen Hinweis.

3. Minimal
"Ein ungewohntes Bild, aber es ist erlaubt. Ein Führhund darf in Lebensmittelgeschäfte, Schwimmbäder, Arztpraxen, Krankenhäuser - mit Ausnahmen bei Intensivstationen."

Fleischtheke:
"Auch hier sollte er sich desinteressiert und ruhig verhalten!"
Aus der Sicht des Hundes: "Enge Gänge und wo bitte ist die Kasse? Erstaunlich, wenn man diese Ansicht hat, alles zu überblicken und zu finden."

4. Hindernisse auf der Straße:
Bordsteinkante, kleine, vielleicht mehrere: "Das Anzeigen noch so kleiner Stolperfallen liegt allein an der konsequenten Führung des Halters. Überlaufen oder nicht wahrnehmen heißt für den Hund, schlampen ist erlaubt!... Auch bei einem größeren Abgrund? Z. B. einer Bahnsteigkante?"

Höhenhindernisse - "Für Mitmenschen nicht verständlich, warum der Hund auf den Radweg wechselt.. die dort oben hängenden Äste könnten aber auch Stahlträger sein."
Zeitlupe: "Die Königsdisziplin eines Führhundes, denn Hunde schauen nicht von Geburt an nach oben!"

Prettauer Pfad, wo er wegen der Höhenhindernisse auf die Fahrbahn geht: "Der Führhund entscheidet! Der Weg ist wegen der Äste für ihn nicht zu verantworten, er entscheidet sich für den Ausweg.. dem Wechsel vom Bürgersteig an den parkenden Autos entlang."

Pfeiler umlaufen - "Großzügiges Umlaufen und einschätzen der Gefahrenstelle für den Menschen. Ein guter Führhund wird seinen Halter immer von der Gefahr weg führen."

Der Hauptdarsteller in Aktion. Treppe- "Aufsuchen und anzeigen von Treppen gehört genauso dazu, wie die Suche nach Türen, Fahrstühlen, Schaltern, Toiletten oder ähnlichen Sachen, wie.."

..die Bank anzeigen.. (Bank in Wartehäuschen)

5. Ablenkung des Hundes
Bilder: anderer Hund.. "Ein Führhund darf während der Arbeit nichc schnüffeln, pinkeln und muß andere Tiere, vor allem andere Hunde, links liegen lassen.. andere Hundehalter sollten hier wirklich Rücksicht nehmen"

Fahrräder - "Und viele, viele Hindernisse stehen überall so rum.."
Rollstühle - wo er stehen bleibt: "Trotz Aufforderung der Frau, bleibt der Hund stehen.. er entscheidet!! Das es für uns beide zu eng ist!"

Kinder im Park - "Der Hund bleibt ruhig und sehbar freundlich!"

Ein stark Sehbehinderter oder gar Vollblinder Mensch vertraut sein Leben einen Hund an, dieses Vertrauen baut sich nicht in zwei Tagen auf und es gehört eine Menge an Mut und guten Willen dazu. Es ist ein hohes Maß an Stress für einen arbeitenden Führhund - also der im Geschirr ist - freilaufenden Hunden zu begegnen, von Menschen angeschaut oder angesprochen oder gar gefüttert wird. All diese Situationen führen nur dazu, dass der Hund abgelenkt wird und das kann lebensgefährlich für den Hund und seinem Herren sein.

6. Outro
Der Hund wird ausgeschirrt: "Ein stressiger Arbeitsweg wird beendet.." Er pinkelt: "Es war nötig und zeigt den Stressabbau".. er läuft zögerlich los und beobachtet mich gleich wieder: "So leicht kann ein pflichtbewusster Führhund nicht abschalten! Er bemerkt meine Unsicherheit und meine Nähe zu den Büschen und will schon wieder helfen?"

freilaufender Hund im Park: "Lösen und Entspannen! Ein Stock stellt man in die Ecke nach dem Mann ihn benutzt hat.. einen Hund muss man dann erst recht etwas bieten und ihm die Möglichkeit geben, Hund zu sein!"

Suchspiel - der Hund wird abgesetzt: "Das a und o eines guten Führhundes fängt in der Unterordnung an! Nicht nur eine gute Führarbeit ist wichtig, sondern vor allem auch der Gehorsam im Freilauf.. Nichts ist schlimmer für einen Blinden, seinen Hund zu rufen und er kommt nicht"

Hund spielt vorsich hin:
"Ein Hund vom dem solch hohe Anforderungen tagtäglich über Jahre gefordert werden, fordert für sich auch ein hohes Maß an Freiheit und Ausgleich zu seiner schweren, vor allem auch sehr stressigen Arbeit. Nicht umsonst genießt der Führhund in Deutschland viele Sonderrechte, wie den Freilauf in Parkanlagen, geschützten Grün.- u. Waldanlagen, sowie in Gartenkolonien und dem reservierten Platz in dem Passagierraum eines Flugzeuges!

Kein Mensch würde sich so 24 Stunden einem anderen Menschen hingeben und ständig allzeit bereit da stehen, wie so ein Hund."

Weitere Fragen? Gern, nur zu, per Email hundegefluester@gmx.de

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