Folgeversorgung - Es wird für alle schwer!

Folgeversorgung heißt also, dass man schon mal einen Führhund hatte. Ist es nicht umso wichtiger sich gut abzusprechen? Sich in Ruhe hinzusetzen und zu überdenken, was zum Beispiel an Kommandos bei meinem Vorgänger gut war, was schlecht? Was könnte ich und auch der nächste Trainer besser machen? Oder anders? Was benötige ich denn überhaupt und wirklich? Was hat sich enorm abgeschliffen, im Alltag, im Gehetze der Stadt oder auf dem Lande?

Sollte man dies vorab überdenken und auch tun, bevor der Hund da ist? Macht man es dem Hund nicht unnötig schwer? Auch wenn man die Schule nicht wechselt, denkt man, es bleibt alles gleich? Nun, das wollen wir mal nicht hoffen, sondern uns eher wünschen, dass auch ein Ausbilder sich weiter entwickelt und auch Dinge verändert.

Umso wichtiger die vorherige Absprache? Das Durchgehen der einzelnen Signale. Grad bei Folgeversorgungen? Ich finde ja.

Der Führhund zeigt eine Bank an. Er legt den Kopf auf die Sitzfläche, so kann ich mit der Hand über den Hundekopf streichen und die Bank finden Tun nicht gerade wir Menschen uns damit schwer oder schwerer, wenn wir geliebte Worte, Rituale, Situationen nach Jahren umkrempeln müssen?
Ich weiß noch wie ich dachte bei der Einarbeitung mit meinem ersten Hund: Ach Gott, dass schaff ich nie. Ich muss dem Hund bei jedem Treppenabsatz ein Signal geben, nicht einfach weitergehen. Bei jedem Frei den Click am Hals nicht vergessen. Unvorstellbar damals und heute? Nicht mehr weg zu denken!
Und doch ist es ja auch eine Chance nicht so gute Dinge abzuschaffen. Dinge, die man kaum gebraucht hat. Dinge, die einem immer wieder unschön aufstoßen im Alltag mit dem Hund. Also eine Art Neubeginn, auch in diesem Sinne. Warum denn nicht?

Zwiespalt

Der Ausbilder hat auch seine "eingefleischten" Worte und Handgriffe. Auch für ihn wäre es eine enorme Umstellung, wenn er sein inzwischen geformtes Verhalten derart verändern sollte/müsste?

Sollten wir es als das nehmen, was es ist: Ein Neubeginn in allen? Ist es nicht vielleicht auch besser, wenn wir mit einem "neuen" Hund auch "neue" Wege gehen? Auch um dem Neuen eine Chance zu geben. Kehren wir nicht immer gleich wieder in das Alte zurück, wenn wir nichts Neues hinzufügen, etwas verändern? Können wir wirklich von dem Alten loslassen, wenn wir alles beim "Alten" belassen?

Also für alle, denen es bevor steht: Habt Mut auf das Neue - bringt euch ein und sprecht alles ab. Macht euch Aufzeichnungen solange ihr noch ein intaktes Team seid. Führt Tagebuch von Anfang an. Auch das hilft mal bei schlechten Zeiten oder bringt einiges an Vergessenem wieder zum Vorschein. Pakt das Thema an, bevor ein Hund in die Ausbildung geht.

Der Hund vor allem sollte es am leichtesten haben.

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