Reha mit Führhund

Kliniken. Sehbehinderte mit einem Führhund können jetzt in verschiedenen spezialisierten Kliniken eine Rehabilitation "antreten".

Ein Blindenführhund ist für hochgradig Sehbehinderte und Blinde ein Segen. Er hilft diesen Menschen, sich besser in Alltagssituationen zurechtzufinden, gibt ihnen mehr Selbstständigkeit und Lebensqualität.

Doch nicht an allen Orten ist es erlaubt, einen Hund mitzubringen. Möchte ein blinder oder sehbehinderter Mensch zum Beispiel eine Rehabilitationsmaßnahme in einer Klinik antreten, muss der treue vierbeinige Begleiter meist draußen bleiben. Hier möchten die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (KBS) und die Knappschaft Abhilfe schaffen:
Ganz gezielt belegen die Sozialversicherer Reha-Kliniken, die auf die besonderen Bedürfnisse von Blinden und auch auf die Unterbringung von Führhunden ausgerichtet sind.

KBS und Knappschaft unterstützen dabei den Verein "Lichtblicke e. V.", der sich zum Ziel gesetzt hat, dass Blindenhundewesen zu fördern. Der Verein weist darauf hin, dass es sich bei einem Führhund um ein medizinisches Hilfsmittel handelt, das vom Facharzt verordnet und von der Krankenkasse bewilligt wird.

Führhunde haben eine spezielle Ausbildung, die sie für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen zu einzigartigen Helfern im Alltag werden lassen. Ein treuer Begleiter: "Ein blinder oder hochgradig sehbehinderter Mensch sieht quasi mit den Augen des Hundes", sagt Kathrin Backhaus vom Verein "Lichtblicke", die als Betroffene auf die Führqualitäten eines Riesenschnauzers setzt.

"Mit einem Führhund ist die Mobilität und Sicherheit von sehgeschädigten Menschen viel größer."

Blindenhunde verfügen über viele Fähigkeiten und haben sogar Sonderrechte. So dürfen Führhunde im Gegensatz zu ihren normalen vierbeinigen Artgenossen beispielsweise in Lebensmittelgeschäften, Arztpraxen und Krankenhäusern ihre Frauchen und Herrchen begleiten.

Aus Erfahrung wissen die "Lichtblicke"- Mitglieder, dass blinde Patienten und ihre Führhunde trotzdem durch Unwissenheit des Personals häufig Probleme sowohl bei der Aufnahme als auch beim Aufenthalt in Kurkliniken haben. "Das Klinikpersonal sieht meistens nur den Hund und nicht das vom Facharzt verordnete und von der Krankenkasse bewilligte und daher notwendige Hilfsmittel Blindenführhund", weiß Kathrin Backhaus.

Schneller wieder selbstständig: Dabei sind Blinde und hochgradig Sehbehinderte gerade in der fremden Umgebung einer Kurklinik orientierungslos und auf Hilfe angewiesen. Durch die Führarbeit des Hundes können sie unbekannte, oft komplizierte Wege in einer Klinik und ihrer Umgebung eigenständig und sicher bewältigen und damit auch das Klinikpersonal entlasten. Kathrin Backhaus: "Man muss auch bedenken, dass das Klinikpersonal in der Freizeit nicht zur Verfügung steht und der blinde Patient das Haus nur unter erschwerten Bedingungen verlassen kann."

In Reha-Kliniken, die die Mitnahme von Führhunden erlauben, wohnt der vierbeinige Begleiter mit im Zimmer des Patienten. Doch noch sind es nicht allzu viele Reha-Kliniken, die es blinden Menschen gestatten, ihren unverzichtbaren vierbeinigen Partner mitzubringen, auch das Spektrum der behandelten Krankheiten ist begrenzt.

Der Verein "Lichtblicke" setzt sich dafür ein, dass immer mehr Reha-Kliniken in Deutschland das Mitbringen von Blindenführhunden gestatten;
KBS und Knappschaft unterstützen dieses Anliegen. Claudia Müller informiert

Auszug aus der Mitgliederzeitschrift "Tag" der Knappschaft. Siehe auch hierzu: Knappschaftim Internet

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