Kommunikation? Ohne Sichtkontakt?

Tja, wie geht das denn? Der Mensch kann keinen oder nur selten und begrenzt Sichtkontakt zu dem Hund aufnehmen.. wie erfährt man denn die so wichtigen Dinge, die man so wissen möchte?
Ein Glück gibt es viele Hilfsmittel, die wir nutzen können, wie z. B. Schellen oder Glöckchen, die den Hund einfach mal hörbarer machen:-) so ist er gut im Freilauf zu hören. Wer sich für seinen Hund interessiert und ihn wirklich wahrnimmt, der bemerkt sehr schnell Veränderungen bei dem Geräuschen, die diese Glocken oder Schellen vermitteln.

Harmonie ohne Sichtkontakt? Die Fraktion der verfressenen Labbis unterstellen ihren Führhunden sogar, dass sie einen suuuuper Schleichgang entwickeln nur damit sie auf ihre heißgeliebten Fressausflüge nicht verzichten müssen. Und sie tun es und es funktioniert. Hier lohnt es sich alle Monate lang mal die Anordnung der Glocken und Schellen zu ändern und die Halter sind stets und ständig auf der Suche nach den neusten Hits.

Foto: Mina mit Marlowe, sie hockt an seiner Seite, Nikita interessiert es nicht die Bohne. Die unmittelbare Nähe muss sein, um etwas zu erfahren Die Kommunikation funktioniert natürlich am besten mit dem Körperkontakt oder auf jeden Fall in meiner unmittelbaren Nähe. So wie ein Gespann zusammen wächst, so wächst auch der Führhund in seiner Rolle und in seiner Aufgabe, sich um zu stellen, nach Möglichkeiten der Verständigung zu suchen, zu probieren und umzudenken. Und wenn der Halter dafür offen ist, sind die Möglichkeiten grenzenlos.

Mein Hund trägt eine Schelle hinter den Schultern, fast mittig auf dem Rücken. Ich kann damit sein Gangbild wahrnehmen. ob er z. B. in ein Imponiergang verfällt oder sich anschleicht. Es sind viele Facetten, die man als Halter hören kann.

Im Laufe der Zeit beginnt der Hund sich vermehrt zu schütteln oder anders, durch Kratzen, aufmerksam zu machen. Viele Hundeexperten würden sofort schlußfolgern, dass es sich um Beschwichtigungssignale der Hunde handelt.

Backi und der Dicke im Ballrausch Dem kann ich mit einem Nein begegnen. Die Hunde wissen sehr schnell über unser Nicht-sehen Bescheid und beginnen mit Alternativhandlungen. Und ihren Fantasien, um sich bemerkbar zu machen, sind auch hier wieder grenzenlos und hängen gewiß von jedem Naturell des Hundes und des Halters ab.

Ist es jedem Hund doch eher unangenehm, wenn man sich über ihn beugt, so kann man beim Führhund auch beobachten, wie gelassen und ruhig er es hinnimmt, wenn er eingeschirrt wird. Dabei ist der Halter oft über ihn gebeugt und die meisten Führhunde haben es als normal angenommen und lecken sich nicht einmal mehr das Maul oder machen andere deutliche Anzeichen für ein Unwohlsein.

Es gibt immer Ausnahmen. Meist sind dies jedoch die Hunde, die so oder so nicht als Führhunde geeignet sind, die nicht mit der Verantwortung klar kommen und die großen Streß bei fast allen Dingen haben.

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