Gedicht Lichter

Kann seit langem oft üben,
wie es wohl im Dunkeln würde,
mit dem Stock immer zu gehen
im Winter ab vier, im Sommer ab zehn,
zu ertasten gar jede Hürde,
und doch nichts zu sehen.

Am Tage leicht pendelnd, gar verhaltend,
im Dunkeln verkrampft und weit verbreitend!
Zu anstrengend sind die kleinen Pflaster,
oft genug rammt der Stock in den Bauch, wie ein Laster.

Hab beim Auting nie daran gedacht,
wie abhängig der Stock doch einen so macht.
Heute verrät er mir doch so viel,
bringt mich durch das Ertasten zum Ziel.
Für den Boden ist er wirklich eine Freudenquelle,
doch machtlos bleibt er bei der Telefonzelle!

Kann nicht erkennen, ob Mann oder Baum,
erhoffe ein Ende von diesem Traum.
Konnt nie erkennen, den Himmel so fein,
mit all seinen Wagen, ob groß oder klein.
Gab früher nur Lichter hoch oben als Schein,
heut brennen die Dinger in all möglichem Sein,
in Kniehöhe, Kopfhöhe grün oder blau ist das Licht,
doch helfen, helfen tun sie bei weiten mir nicht!
Sie machen mich irre, sie machen mir Angst.

Muss mich bemühen, um mutig zu sein,
jeden Tag neu: Ihr kriegt mich nicht klein!

Kathrin Backhaus am 10.11.2006

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