Die Sache mit dem Pflegegrad!

Seit dem 01.01.2017 hat sich in Sachen Pflegeversicherung und Pflegestufen etwas geändert und man sollte sich auch als Blinder Mensch damit beschäftigen. Genauso wie die Dimenskranken. Denn unter anderen. für genau diese Personen wurde es geändert! Es gilt auch als Anerkennung für all die lieben Menschen um uns herum, die uns im Alltag zur Seite stehen und helfen. Viele von ihnen tun dies oft, ohne das wir ihnen eine Anerkennung geben können. Und das ist uns jetzt möglich.

Wer bereits eine Pflegestufe im alten System hatte, der braucht nichts extra beantragen und kann sich zurück lehnen. Diese Menschen haben oder sollten bereits Anfang des Jahres einen Brief von ihrer Krankenkasse erhalten haben und rutschen automatisch in einen Pflegegrad.

Worum geht es?

Es geht darum, wie selbstständig ein Antragsteller sein Leben meistern kann. Wie hoch der Pflege bzw. Betreuungsaufwand für diesen ist. Was ist nötig, um ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben zu führen. Und das wollen wir doch alle oder?

Es geht um ein eigenständiges, selbstbestimmtes Leben. Es geht darum, dass der Mensch selbstständig seinen Alltag durchführen kann. Und dies wollen ja auch blinde Menschen. Der Ehepartner, die Mutter, der Vater, die Freunde oder das Reinigungspersonal, dass ich brauche um meinen Alltag zu bewältigen, dafür sind die Grade ins System gekommen. Und als blinder Mensch brauche ich viel Hilfe. Hilfe, die oft in einem gemeinsamen Haushalt unter gehen, weil sie als selbstverständlich behandelt werden. Der Blick auf den Rücken nach einem schönen Bad ist so alltäglich für den Ehepartner geworden oder die Kontrolle der Kleidung so selbstverständlich, dass viele erst mal gar nicht sich angesprochen fühlen. Aber genau um das geht es dabei. Um die Anerkennung dieser scheinbar selbstverständlichen Hilfe. Und dies nun auch für Menschen, die *gering* eingeschränkt sind.

Als allein lebender blinder Mensch kommt umso mehr dazu und diese gibt es nun mal!

Was hat sich geändert?

Statt 3 Pflegestufen gibt es nun 5 Pflegegrade. Es gibt 6 Kategorien und ein Punktesystem. Die höchste Punktzahl ist 100. Für uns interessant sind in erster Linie die Grade 1 und 2. Der Grad 1 geht von 12 bis 26,5 Punkte und beinhaltet eine monatliche Zahlung von etwa 125,00 Euro! Der 2. Grad berücksichtigt die Punktzahl 27 bis 47 und beinhaltet über 316 Euro.

Pflegegrad 1

Mit dem neuen Pflegegrad 1 genehmigen Pflegekassen ab 2017 körperlich und geistig noch recht beweglichen, geringfügig hilfsbedürftigen Versicherten Pflege- und Betreuungsleistungen, wenn Gutachter eine geringe Beeinträchtigung der Selbstständigkeit bestätigen.

Die 6 Kategorien des 1. Grades:

Hier die 6 Kategorien des 2. Grades:

Wer Pflegestufe 1 hatte, rutscht automatisch in den Grad 2.

Den Antrag stellen.

Wer blind ist, denn für diese Personen schreibe ich das jetzt hier, der stellt einen Antrag auf Pflegegrad und dies tut er bei seiner Krankenkasse. In vielen Fällen geht es einfach und bequem am Telefon. Es wird lediglich der Antrag gestellt und die Krankenkasse leitet diesen weiter an den MDK, dem medizinischen Dienst und es kommt dann ein Gutachter zu uns nach Hause. Dieser stellt dann in sechs Kategorien unseren Pflegeanspruch fest.
Der Gutachter vergibt für jeden der sechs Bereiche unterschiedlich hohe Punkte, daraus ergibt sich die Gesamtpunktzahl und nach einem speziellen Gewichtungsverfahren die Zuweisung eines Pflegegrads.

Derzeit kann es gut 2 Monate dauern bis er kommt. Es gibt für die Gutachter viel zu tun. Aber das ist nicht schlimm, denn das Datum der Antragstellung zählt.

Man kann bei dem Antrag bereits gefragt werden, ob ein Pflegedienst tätig wird oder Privat Personen. Zu den Privat Personen zählen nun auch die Ehepartner, Lebensgefährten, Mutter, Vater, Geschwister oder Freunde. Denn all diese helfen uns und wir können diese Hilfe nun dank des Geldes auch honorieren.

Womit kann ich rechnen?

Der Grad 1 wird ungekürzt und ohne jegliche Auswirkungen auf das Blindengeld an uns direkt gezahlt. Es werden keine Gelder abgezogen, weil wir nebenbei noch das Blindengeld erhalten oder die Beihilfe. Siehe auch SGB.
Bei dem Grad 2 allerdings wird etwas gekürzt vom Blindengeld. Hier in Berlin ist mir bekannt von etwa 100 Euro. Jedoch bei einer Auszahlung über die Krankenkasse verbleiben aber über 200 Euro dann bei uns und wir haben somit dieses Geld mehr zum Blindengeld. Also auch das rechnet sich in jedem Falle. In keinem Bundesland wird zu 100 Prozent gekürzt. Also man hat definitiv mehr Geld durch den Grad 2 als ohne ihn.

Der Gradrechner

Das Verfahren ist relativ komplex, Angehörige und Pflegebedürftige können sich vorab mit dem Pflegegradrechner gut auf die Begutachtung durch den MDK oder der MEDICPROOF (private Versicherungen) vorbereiten und ihren voraussichtlichen Pflegegrad schon vorab berechnen.

Hier gehts zum Rechner:
Pflegerad-Rechner

P. S. Für die Richtigkeit dieser Angaben hier gebe ich keine Gewähr. Da jedes Bundesland anders agieren kann, kann ich nur jedem raten, sich genaustens zu erkundigen.

Weitere un ausführliche Beschreibungen der einzelnen Kategorien findet man auch hier aud der Pflege.de Seite

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