Das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel ins Neue Jahr - einmal ganz anders.

Am 22.12. machten wir uns auf den Weg und landeten in Betzdorf - im schönen Westerwald. Wie ich lernte: An der Pforte zum Westerwald!

Zu dritt hatten wir uns verschworen, dass Fest und den Wechsel in das neue Jahr einmal anders zu erleben. Und es wurde anders - vielleicht ein Wink, dass auch das neue Jahr anders wird. Mal sehen

Anders, war das Wetter. Ich habe noch nie so einen Urlaub erlebt, in dem das Wetter wirklich sooo schlecht war.
Anders, war die erste Unterkunft, die gewiß noch sein Nachspiel hat. So ein Verhalten des Vermieters muss noch im Weiteren geklärt werden. Die Tatsache, dass da jemand zwei Blinde abzocken wollte und total verdreckte Appartments an uns vergab, kann nicht so hingenommen werden.

Anders war die Freundlichkeit und Selbstverständlichkeit unseres zweiten Vermieters, der uns am 23.12. ganz einfach zwei wunderschöne Zimmer vermietete und uns aufnahm, obwohl er eigentlich geschlossen hatte.

Anders war der Heilige Abend, den wir in unserem Pensionszimmer gemütlich erleben durften. Unter uns und ohne jeglichen Frust oder Streß der üblichen Vorbereitungen.

Filmbeschreibung

Kameraschwenk über eine Wiese und bewaldete Hügel im Hintergrund. Quer über die Wiese läuft eine Hochspannungleitung. Zu sehen sind mehrere mächtige Gittermasten. Der Himmel ist leicht bedeckt. Auf dem Weg, von dem aus der Kameraschwenk erfolgte, stehen links und rechts vom Kameramann (-frau?) jeweils eine Dame in wetterfester Kleidung.

Anders war der tägliche Gang in die Fremde: Dank des Eierföhns konnten wir die Gegend, in der wir uns aufhielten,festhalten und am Abend zu Hause unsere Neugier befriedigen. Lissy war immer sooo lieb und erklärte uns dann unsere Ausblicke:-) danke dir, Lissy!

Anders die Silvesternacht, die wir unter drei Blinden am Raclette erleben durften - ohne, dass uns gar Sehende ständig ihre Meinung über die Garheit unserer Pfänncheninhalte nahelegen wollten. Wie herrlich war das Ü-berraschungsessen in den Pfännchen, wie gemütlich und wie lustig noch dazu. Und es geht einwandfrei, dass drei Blinde so essen und sich nicht einmal einen Finger verbrennen!

Anders war der Ausflug nach Bilkheim. Zu dem wir wie selbstverständlich abgeholt wurden und auch wieder abends nach Hause gebracht wurden. Wie schön und erholsam, wie lustig war es dort - Marion, Reiner und Christoph! Danke euch - ihr seit super! Und Männer! Wappnet euch! Die Backi übt fleißig mit der laaaangen Stange:-).. und der Tierschutz war ja wohl auch schon da:-)

Anders war auch das Fest für unsere im Bunde fehlende Tanja: Wir dachten viel an sie und sie hatte mit einem frisch operierten Hund wohl auch mal ein gaaaanz anderes Weihnachtsfest. Wir wünschen dir, dass es ein gutes Ende nimmt!

Der Dicke genießt den Urlaub - so nass war noch keiner

Anders war es, wenn fünf oder gar sechs Hunde dort in einem Raum herum lagen, herum liefen oder gar zu fressen bekamen. Der gemeinsame Spaziergang und die friedliche Ruhe, die diese Tiere hatten.

Anders waren die Fremdenführungen durch den Ort und vor allem, durch den Wald, denn wir wurden von einer Vollblinden geführt und die hat es richtig gut gemacht! Unvorstellbar - aber es geht wunderbar - der Wald gibt soooo viele Orientierungspunkte her!

Anders war dadurch das Miteinander. Das hilfsbereite und selbstverständliche Untereinander war voller Vertrauen. Ich ging oft hinter meinen Damen her und übte mich in Schwarzblindheit und es funktionierte ohne Verklemptheit und Angst! Aber seht selbst:-) so kann es doch gehen:

Filmbeschreibung

Spaziergang auf einem regennassen Feldweg. Zwei Damen, offensichtlich blind (sie benutzen einen weißen Stock), suchen sich ihren Weg zwischen den Pfützen. Die Hunde, ein heller Labrador, ein dunkler Labrador, und ein schwarzer Riesenschnauzer, tragen die Kennzeichen für Blindenführhunde, sind aber im Freilauf. Links vom Weg ein Bretterzaum in der Wiese. Die Bäume im Hintergrund sind durch den leichten Nebel nur noch schemenhaft zu erkennen.

Anders war aber auch der Verlust, den wir tragen mussten in diesen Tagen. Die liebe Silvi ist am 23.12.2011 friedlich verstorben und am 27.12.2011 musste auch meine Schwester ihren geliebten Dalmi Filos loslassen. Wir trauern um sie. Der Tod kann nie passend kommen.

Und auch anders konnten wir das Fest für zwei Kinder zum Erlebnis machen:-) haben wir gern gemacht, Lissy und Noah:-)

Kapitel-Übersicht "Remember - die Vergangenheit"