Der Weg ist das Ziel.

Die paradoxe altgriechische Lebensweisheit läßt auch heute noch aufhorchen.

In der Tat ist es so, daß man nicht jeden Weg geht, um an ein Ziel zu gelangen.
Nicht alle Wege führen nach Rom:

Es gibt Umwege und Irrwege, Hinwege und Rückwege, Schleichwege und Stolperwege, Holzwege und vielleicht auch Auswege.

Es gibt breit ausgebaute Straßen mit einer eindeutigen Perspektive bis zum Horizont und verschlungene Dschungelpfade auf denen man sich mühsam mit der Machete sein Fortkommen sichern muß.

Es gibt einladende Wege durch den grünen Tann und über die blumen-sprießenden Wiesen, es gibt kräftezehrende Gebirgswege, gefährliche Wege durch Sumpflandschaften und unendlich lange Strandwege an der Wasserkante.

Alle Jahreszeiten bieten dem Wanderer ihr vertrautes Wegebild an, vom blumenübersäten Feldweg im Frühling über den sommerheißen Parkweg und den herbstlich bunten Waldweg bis zum schwer auszumachenden Schneesteig in der kalten Jahreszeit.

Es gibt Wege, die man gerne immer wieder geht, sei es aus alter Gewohnheit oder weil man sie mit einem geliebten Menschen beschritten hat; es gibt Wege, die man vermeidet, weil sich damit schlimme Erinnerungen verbinden.

Auf dem Weg selbst kann man gehen, hüpfen, laufen oder schleichen, marschieren oder bummeln, frei ausschreiten oder viele Pausen einlegen.

Die beliebteste Metapher für das Dasein des Menschen ist der Weg:
Man spricht expressis verbis vom Lebensweg.

Der kann steinig und dornig sein, oft an Abgründen vorbei führen, auf ihm kann man straucheln: Die negativen Bilder sind hier in der Überzahl.

Allerdings hat niemand eine Chance, auf diesem Weg stehen zu bleiben und jeder muß seinen Weg machen.

So kommt es denn auf die Wegweiser an, nach denen man sich richten kann, die Wegekundigen Führer , denen man vertrauen darf, und auf die Weggefährten, mit denen man das Vorwärtsschreiten teilt.

Herzlichen Glückwunsch zum bisherigen Lebensweg. Alles Gute für das, was noch vor Dir liegt!

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