Sonntag, 21.07.2013

Er ist nun etwas über 38 Wochen alt.

Wir stehen voll im Training! Nach langen Überlegen habe ich mich dafür entschieden, eine Trainerin einzuschalten. Sie wohnt hier in der Nähe und nach dem wir zuerst gemeinsam los zogen, änderten wir das Training. Ich empfand es dem Hund gegenüber nur fair, dass er erst einmal mit der Trainerin alleine lernt.

Also brachte ich ihn zu ihr und dann holte sie ihn ab und zog mit ihm hier los oder in die Stadt und in das Getümmel der Friedrichstrasse. Immermehr begriff er und nahm die Chance an. Begriff, was sie wollte und setzte es willig und gut um.

Es ging vor allem um das "bei mir sein" vom Koppe her. Konzentriert laufen an loser Leine und sich auf seinen Menschen konzentrieren und nicht ständig die Umwelt scannen:-)

Das Training wurde mit Ruhetagen versehen und auch für mich ist es eine spannende Zeit gewesen. ich übte mit ihm hier zu Hause weiter, wo ich ihn einfach besser unter Kontrolle hatte und die Reize einfach geringer waren. Um z. B. den fehlenden Blickkontakt beim Fuß gehen zu ersetzen, bestätigte ich immer, wenn er neben mir lief jede Kontaktaufnahme von ihm. Egal, ob mit seinem Körper, mit seiner Nase oder sonst wie. So kann ich es draußen nutzen, wenn ich denke, er ist nicht bei mir. Er lernt so schnell und ist so willig, dass es sehr viel Spaß macht.

Nun seit kurzem ist er mit der Trainerin durch und wir können nun das erlernte auf michübertragen - fast wie in einer Einarbeitung:-) - laufen wir nun gemeinsam durch die Straßen und die Trainerin läuft hinter mir her und beobachtet, korrigiert mich und stellt viele wichtige Fragen. Sie weckt die Sinne auf eine ganz andere Weise und fördert das Gefühl für den Hund. Was macht er gerade, meinst du? Ist er bei dir? Hast du das Gefühl, dass er bei dir ist? Läuft er entspannt, was meinst du? und vieles mehr.

Dieser Hund ist nun einmal kleiner und durch eine lockere Leine ist die Wahrnehmung nochmals eine ganz andere. Auch dieses Gefühl muss einfach wachsen - so wie der Hund durch konsequentes Wiederholen und Einhalten der Regeln ein Schema erhält, so erhalte ich ein Gefühl für ihn und wir wachsen nochmal gaaanz anders zusammen. Es ist schön.

Die Trainerin Isabell Steinig hatte vorher wohl nicht viel Berühru mit blinden und deren Hunden gehabt. Aber ich glaube ich kann für uns "drei" sprechen und sagen, dass es eine wertvolle und interessante Zeit war und ist!

Sie hat sich darauf eingelassen, hat mitgeholfen, dass optimale für mich und den Hund zu finden, hat es umgesetzt, war offen für Anregungen und das Umdenken. Sie ist voller Ideen und lief mit offenen Augen herum um den kleinen Mann hier viel zu bieten. Sie hat einen schönen Humor und musste auch an eigenen Leib erfahren, wie es ist, als blinde durch die Stadt zu laufen. Sie musste ja auch mit Langstock mal gehen, da wir bemerkten, dass Yago bei mir anders läuft, als bei ihr ohne Stock. Und auch darauf hat sie sich eingelassen und will immer wieder Situationen provozieren, wiederholen und einüben, die die alltäglichen Situationen nachspielen. Man läuft auch mit ihr nicht wie ein sich in einer Prüfung steckender Mensch, nein, man kann locker und ohne Druck vor ihr her laufen und sich einlassen.

Herzlichen Dank, liebe Isabell Steinig für die wichtige Zeit und wir freuen uns auf den weiteren Weg:-) mit dir.

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